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Avigdor Lieberman: Schande Israels

Benjamin Netanjahus übertriebenem Ehrgeiz ist es zu verdanken, dass Israel die Bürde eines Außenministers der nationalen Schande bevorsteht

von Neve Gordon

26.03.2009 — Guardian.co.uk / ZNet

— abgelegt unter:

Benjamin Netanjahus übergroßem Ehrgeiz ist es zu verdanken, dass Israel die Bürde eines Außenministers der nationalen Schande ins Haus steht.

Man stelle sich einen Staat vor, der einen Mann zum Außenminister macht, der einen 12jährigen geschlagen hat, gegen den eine Untersuchung wegen Geldwäsche, Betrug und Vertrauensbruch läuft, ein Mann, der Bone-fide-Mitglied einer verbotenen rassistischen Partei war und heute Chef einer politischen Partei ist, die mit faschistischem Gedankengut flirtet. Zu allem Überfluss lebt er nicht einmal in dem Land, das er als Außenminister vertreten will.

Die Darstellung scheint weit hergeholt. Aber bis ins Detail ist es das Porträt des neuen israelischen Außenministers Avigdor Lieberman.

2001 wurde Lieberman schuldig gesprochen, einen 12jährigen Jungen verprügelt zu haben. Er hatte die Tat gestanden. Es kam zu einem Vergleich. Er musste u.a. eine Geldstrafe von 17500 Schekel zahlen und eine Erklärung abgeben, dass er nie wieder ein so kleines Kind schlagen werde.

2004 eröffnete Liebermans 21jährige Tochter Michal eine Beraterfirma, die 11 Millionen Schekel* aus anonymen ausländischen Quellen bezog. Avigdor Lieberman war Angestellter dieser Firma und erhielt für einen Zeitraum von 2 Jahren ein Gehalt von mehr als 2,1 Millionen Schekel, so die Polizei. Zusätzlich erhielt er - so eine Recherche der Haaretz - für 2006 und 2007 angeblich noch mehrere hunderttausend Schekel* aus der Firma. In diesen beiden Jahren war er bereits Minister für Strategische Angelegenheiten und stellvertretender Premierminister. Gemäß israelischem Gesetz wäre dies daher illegal.

Lieberman war früher ein Mitglied von Meir Kahanes Kach-Partei*. Die Kach wurde aufgrund ihres offensichtlich rassistischen Programmes verboten. Doch Liebermans Einstellung gegenüber den Arabern scheint sich in den Jahren nicht geändert zu haben. 2003 verpflichtete sich der damalige Premierminister Ariel Scharon, rund 350 palästinensische Gefangene zu amnestieren. Lieberman war damals Transportminister. Er reagierte, indem er sagte, er wäre mehr als glücklich, Busse zur Verfügung zu stellen, um die Gefangenen ans Meer* zu transportieren und dort zu ersäufen.

Im Januar 2009, während des israelischen Gaza-Krieges, sagte Lieberman, Israel "müsse weiter gegen die Hamas kämpfen, wie es die USA mit den Japanern im zweiten Weltkrieg getan haben. Auch damals war es nicht nötig, das Land zu besetzen". Damit spielte er auf die beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki* an.

Lieberman lebt nicht innerhalb der international anerkannten Grenzen des Staates Israel. Er wohnt in der illegalen Siedlung Nokdim*. Rein rechtlich gesehen ist das, als ob US-Außenministerin Hillary Clinton in Mexiko leben würde oder der britische Außenminister David Miliband auf den Kanarischen Inseln.

Trotz dieser erschreckenden Übertretungen hat der neugewählte Premierminister Benjamin Netanjahu keine Probleme damit, Lieberman zum Vertreter des Staates Israel auf internationaler Bühne zu machen. Netanjahus Machthunger veranlasste ihn, einen Mann auszuwählen, der eine Gefahr für Israel darstellt. Liebermans Botschaft und Liebermans Stil sind nicht nur brutal, sie enthalten klar profaschistische Elemente. Lieberman ist extrem gefährlich - das haben israelische Kommentatoren bereits zur Kenntnis genommen.

Doch Politik ist, wie sie ist, und so werden die westlichen Führer zweifellos eine versöhnliche Haltung gegenüber Lieberman einnehmen und bereit sein, sich mit ihm zu treffen und außenpolitische Themen mit ihm zu erörtern. Eine solche Haltung kann man, aufgrund der demokratischen Wahl, in der Lieberman siegte, sicherlich rechtfertigen können. Wie sehr man Liebermans Ansichten auch hassen mag, er ist der (außenpolitische) Vertreter des israelischen Volkes. Wer sich entschließt, sich mit ihm zu treffen, kann argumentieren, dass ein kontinuierlicher Dialog und eine kontinuierlicher Debatte zur Internationalisierung der internationalen Normen beitragen und so den Extremismus abschwächen.

Diese Rechtfertigung wiegt schwer. Doch falls die Führer des Westens beschließen, Lieberman zu treffen, wird schnell die Assoziation 'Bann gegen die Hamas' geweckt werden - zumindest bei den Menschen im Nahen Osten*. 2006 errang die Hamas einen Erdrutschsieg - in Wahlen, die nicht minder demokratisch waren als die jetzige Wahl in Israel. Die Hamas ist in vielerlei Hinsicht eine extremistische Partei, die mit der Gewalt flirtet. Dennoch sind die Hamas-Politiker auch Vertreter des palästinensischen Volkes. Sie werden als Personen gesehen, die für Selbstbestimmung und die Befreiung (der Palästinenser) kämpfen.

Wollen die westlichen Führer glaubwürdig erscheinen, so müssen sie auch ihre Politik gegenüber der Hamas ändern. Tun sie dies nicht, wird die Entscheidung, sich mit Lieberman zu treffen zurecht als heuchlerisch und doppelzüngig bewertet werden. In der Region herrscht allgemein die Ansicht, Amerika und Europa stünden mehr aufseiten Israels. Diese Sicht würde nur weiter gestärkt.

Anmerkung der Übersetzerin

*Hier finden Sie auf der Originalseite englischsprachige Links

Übersetzt von: Andrea Noll
Artikelaktionen
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Katze aus dem Sack...

Kommentar von claus pichlo am 12:59
Nun stimmen demnächst wahrscheinlich in Israel die Pollitiker mit der israelischen Politik auch überein. Adequatere Vertreter der Politik der fortgesetzten Völkerrechtsverbrechen als diese Herrschaften kann es kaum geben!
Die Masken fallen - nun endlich eine "ehrliche" Politik!
Ob die deutsche Politik auch noch mit diesem Gesindel gemeinsame Sache macht? Aber selbstverständlich, aber Hallo!
C.Pichlo
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Die Schande der Palästinenser

Kommentar von Dieter Müller am 12:55
Was sagen eigentlich Palästinenser zum Friedensprozess?

"Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!" (Artikel 7 der Hamas-Charta)

Die von den Palästinensern mehrheitlich gewählte Hamas strebt erklärtermaßen die totale Vernichtung des jüdischen Volkes an. Nichts, was Lieberman je geäußert hat, ist auch nur ansatzweise mit dem haarsträubenden Rassismus der Hamas vergleichbar. Israel hat sich aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Die Antwort der Palästinenser? Tausendfacher Raketenbeschuss. Jede einzelne dieser Raketen, aber auch jede Entführung, jedes Selbstmordattentat und jede Heckenschützenattacke der Palästinenser waren und sind völkerrechtswidrig.

Die palästinensische Politik der letzten Jahre hat vor allem eines deutlich gemacht: Islamischer Dschihad, Hamas und Co. sind nicht im Geringsten an friedlichen Lösungen interessiert. Man wähnt sich auf dem Vormarsch gen Tel Aviv. Es ist eine Schande, dass diese Politik von der palästinensischen Bevölkerung mehrheitlich unterstützt wird.
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Das ist eine 1400 Jahre alte Überlieferung.

Kommentar von Youssef Haddou am 10:54
Hallo Herr Müller,

das was Sie da zitieren, ist eine Überlieferung des Propheten Mohamed die 1400 Jahre alt ist. Das verwunderliche ist, diese Überlieferungen ist unter den Muslimen sehr bekannt, aber trotzdem gab es in den letzten 1400 Jahre keine Übergriffe auf Juden unter Islamischer Herrschaft. Im Gegenteil, die Juden Europas sind immer in Islamisch regierte Länder gezogen um in Frieden zu leben weil Sie NIE verfolgt wurden von Moslems und Sie beschützt wurden von den jeweiligen Herrschern. Dies gilt sogar bis heute noch, oder warum fühlen sich Juden sehr wohl in Casablanca/Marokko oder in Theran/Iran und wollen nicht aus Ihren Heimaten wegziehen, obwohl diese Juden von Israel mit sehr großzügigen Versprechen nach Israel gelockt werden?
Wie gesagt es gab nie Probleme zwischen Moslems und Juden, bis die zionistischen Ambitionen ende vorletztem Jahrhundert in die Tat umgesetzt wurden. Und bis heute, trägt alleine der Zionismus und deren Verfechter die Schuld daran, das es so viel Leid und das es zu einem Bruch gekommen ist, zwischen den Juden und den Moslems!
Was die Hamas angeht, die hatten seit dem Sommer 2008 ein Waffenstillstandsabkommen eingehalten und keine Rakete auf Israel abgefeurt und Israel sollte daraufhin das illegale Embargo gegen Gaza lockern. Irael hat das Embargo nicht gelockert und hat dann im November sogar wieder grundlos begonnen gezielte Tötungen von Palästinensern durchzuführen. Trotzdem hat die Hamas versucht den Waffenstailstand um 2 Jahre zu verlängern, aber ISrael hat seine Operation gegossenes Blei durchgeführt. Die Menschen in Gaza leben unter unwürdigen Umständen und sie werden von den grundlegenden Menschenrechten abgeschnitten, was allen Menschenrechts-Konventionen wiederspricht.
Was würde jedes andere Land tun wenn es so behandelt wird von einem übermächtigen gewalttätigen Nachbarn? Jedes andere Land hätte das Recht sich zu veteidigen? Warum aber nicht die Palästinenser? Weil sie Palästinenser sind? Oder weil Israel Israel ist?
Was die Hamas macht, ist meiner Meinung nach ein Freiheitskampf wie er heroischer nicht sein kann!
Die blinde Unterstützung Israels ist ein großer Fehler den wir begehen und für den wir uns in einigen Jahren sehr schämen werden, genau so wie wir uns jetzt mit den Schuldgefühlen plagen müssen wegen der Taten unserer Vorfahren im dritten Reich. Wir haben schon einmal weggesehen als Unrecht geschehen ist, warum haben wir nicht aus unseren Fehlern gelernt? Warum wiederholt sich die Geschichte immer wieder?