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Nur ein Psychiater kann Israels Verhalten erklären

von Gideon Levy

10.01.2010 — Ha'aretz

— abgelegt unter:

Unsere maßlose Welt der Verbrechen ist kürzlich zur (psychiatrischen) Beobachtung geschickt worden. Vom Leibwächter des IDF-Stabschef bis zu den Mördern ihrer eigenen Kinder – alle sind zur Beobachtung geschickt worden. Die Zeit ist reif, auch das Land zur Beobachtung zu schicken, wie es hier so üblich ist. Vielleicht kann mit anhaltender Behandlung durch Spezialisten eine Diagnose gestellt werden, die uns rettet.

Es gibt zahllose Gründe für eine Beobachtung. Eine lange Reihe von Tatbeständen, für die es keine rationale Erklärung, ja, wirklich keine Erklärung gibt, lässt folgenden Verdacht aufkommen: Verlust zur Realität; zeitweise oder anhaltender Wahnsinn, Verfolgungswahn, Schizophrenie und Größenwahnsinn, Gedächtnisverlust und Verlust des Urteilsvermögens. All dies muss unter sorgfältiger Beobachtung geprüft werden.

Die Psychiaterspezialisten möchten so freundlich sein und zu erklären versuchen, wie ein Land mit Führern, die sich für eine Zwei-Staatenlösung ausgesprochen haben, weiter große Geldmengen zum Bauen von mehr Siedlungen in die ( besetzten) Gebiete dirigieren, die in Zukunft verlassen werden sollen. Was für eine Erklärung könnte es geben, wenn nicht aus dem Bereich der Psychiatrie: es sollte zehn Monate lang nicht gebaut werden – es wird jetzt aber noch schneller gebaut? Wie kann ein Land so knauserig sein, wenn es um die Gesundheitsversorgung seiner Bürger geht, deren Arme immer ärmer werden – und wenn ein Teil der Straßen in der Westbank für gefährlich gehalten wird, noch mehr Straßen gebaut werden, die von nirgend woher kommen und nach nirgend wohin führen?

Sie sollten erklären, wieso der Staatsanwalt seine Absicht verkünden kann, noch mehr privates palästinensisches Land für Ofra, die „größte israelische Siedlung in den Gebieten“ zu enteignen, nachdem der Ministerpräsident Benyamin Netanyhu in seinem Vortrag in der Bar-Ilan-Universität letztes Jahr ausdrücklich sagte, dies nicht zu tun, und auch Präsident Shimon Peres dasselbe gegenüber dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak sagte.

Sie sollten erklären, was hinter der Entscheidung liegt, die Annexion der Schnellstraße 443, die durch die Westbank läuft, als israelisches Gebiet zu prüfen, - als Möglichkeit, die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes, die Straße für palästinensische Fahrzeuge zu öffnen, abzulehnen. Wie kann ein Land, das die Rechtsstaatlichkeit predigt, das Oberste Gericht mit Bypass/ Umgehungs-Gesetzen überlisten? Und wie hat eine bedeutsame Minderheit - die Siedler - Ängste verbreitet und es soweit gebracht, dass Land jahrelang zu erpressen?

Psychiatrische Spezialisten sollten klar machen, wie ein Land, dem ein potentiell katastrophaler Bericht wie der Goldstone-Bericht übermittelt wird, sich so hartnäckig und stur weigert, die Untersuchungskommission einzuberufen, die der Bericht als Rücktrittsklausel liefert. Wie kann eine Nation, die so verzweifelt um ihr internationales Image und ihre Stellung gekämpft hat und die so abhängig vom Wohlwollen der Welt ist, eine so brutale und gewalttätige Person wie Avigdor Lieberman zu ihrem ersten Diplomaten ernennen. Die halbe Welt ist diesem Außenminister verschlossen, und wir haben die Konsequenzen zu tragen.

Warum denkt Israel nicht daran, der Welt ein freundlicheres Gesicht zu zeigen ,als das drohende des Herrn Lieberman? Warum fragt sich ein von der Welt so sehr geächtetes Land nicht einen Moment, welche Rolle es spielt, wenn es sich eine Position der Isolierung schafft, von der sie dann seine Kritiker angreift und mit dem Finger auf sie zeigt? Wie kann eine Gesellschaft, die in ihrem Hinterhof seit zwei Generationen lang mit einer grausamen Besatzung lebt, sich weigern, sich mit ihr zu beschäftigen und sich dabei wohl fühlen und sich jeder Art von Selbstprüfung entziehen …?

Wie kann erklärt werden, dass eine Nation mit klarer säkularer Mehrheit für zivile Heiraten keine Institution hat und am Schabbat keine Busse oder Züge funktionieren? Wie kann es in so einem Land reiche Stadtregierungen geben, von denen gefordert wird, dass sie religiöse Gemeinderäte finanzieren, statt andere (lebensnotwendigere) Bedürfnisse? Wie kann ein Land, das sich mit einer arabischen Minderheit befassen muss, die seit über 60 Jahren eine überraschende Loyalität dem Lande gegenüber zeigt, alles tut, um sie unten zu halten, sie zu demütigen, auszuschließen und unfair zu behandeln und so Frustration und Hass in ihr erzeugt?

Kann es mit Vernunft erklärt werden, dass ein Land, dem von allen arabischen Ländern ein historischer Friedensvorschlag angeboten wird, sich weigert, diese nicht einmal zu diskutieren? Es ist ein Land, das der Präsident von Syrien (dessen wichtigster Verbündete der Iran ist, der Israel bedroht) bittet, ein Friedensabkommen zu schließen – doch es bleibt stur bei seiner Weigerung. Nur Psychiater können möglicherweise erklären, wie die andauernde Besetzung der Golanhöhen und die versäumten Gelegenheiten für Frieden mit Sicherheit und Logik zusammenhängen. Gleichzeitig sollten sie zu erklären versuchen, welche Verbindung zwischen der Heiligkeit historischer Stätten und ihrer Herrschaft über sie besteht.

Und vor allem sollten sie klären, wie solch eine intelligente und talentierte Gesellschaft an diesem Marsch der Toren teilnimmt, ohne dass jemand dagegen ist.

Es ist tatsächlich ein schwieriger Fall, dies zu begreifen. Um so mehr besteht der Grund, dem Land zu empfehlen, es zu einer psychotherapeutischen Beobachtung zu senden.

Orginalartikel: Dieser Artikel ist NICHT bei www.zmag.org erschienen!
Übersetzt von: Ellen Rohlfs
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Krank oder nicht krank?

Kommentar von flora am 21.01.2010 16:20
Sehr geehrter Herr Levy, könnte es nicht sein, dass ihre Landsleute gar keine bedauernswerten Psychopathen sind? Arme Schizophrene die immer wahrhaftig sind, in der Rolle in der sie gerade stecken? Die also gar nicht lügen und täuschen können? Was aber überhaupt nicht ausschließt, dass sie dann genau das Gegenteil in ihrer nächsten Rolle machen. Etwa so wie Sie das Verhalten ihres Ministerpräsidenten beschreiben. Ich werde den Verdacht nicht los, dass das im Gegenteil kerngesunde Leute sind, allerdings von einer Persönlichkeit wie sie die schlimmsten Menschenschlächter der Geschichte aufwiesen. Sie zeichnen sich durch eine enorme Zielstrebigkeit aus mit gewaltiger krimineller Energie. Der rote Faden des Rassismus zieht sich durch alle ihre Handlungen seit 1948 bis heute und weiter bis zur endgültigen Vernichtung der Palästinenser in Palästina. Und der ganz normale Israeli als Jude auf der Straße dürfte auch nicht blöder als andere sein und dürfte darum den selben Verdacht wie ich haben. Er lässt sich aber nichts anmerken und erweckt den Eindruck als würde er den verkündeten Absichten seines Führungspersonals glauben. (Rechtstaat, Demokratie, Opferrolle ect.) Dass dann am Ende ein Völkermord dabei herauskommt belegt nur seinen und meinen Verdacht, und alle Juden haben auch gar nichts anderes erwartet. Die sind ja auch nicht blind und blöde, wie gesagt. Nein, die Juden in Palästina sind dermaßen gesund, dass es ihnen gelingt einen schleichenden Völkermord durchzuziehen, ohne auch nur in die Nähe der Verdächtigung als Völkermörder zu kommen. Und uns Angie hat auch noch nichts gemerkt, wie man gestern wieder sehen konnte. Die hat den Völkermörder Netanjahu richtig angehimmelt! Dabei steht doch alles über Völkermord ganz genau in der Charta der UNO. Das sind nur ganz wenige Kriterien die einen Völkermörder kennzeichnen, das kann jeder Depp begreifen! Aber wir wissen ja, uns Angie hat damit überhaupt nichts an der Kappe. Ich glaube die ist pathologisch? C. Pichlo
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Interessanter Artikel

Kommentar von salamanail am 24.01.2010 14:23
Vermutlich ist das Volke Israel wie auch schon öfters im Laufe der Geschichte der Menscheit vom Glauben erneut abgekommen. Immerhin war auch Israel damals bei der Kreuzigung von Ihrem König mitverantwortlich. Ich bin mir absolut sicher, dass unser Weltschicksal einen komplet anderen Verlauf genommen hätte, wenn Jesus damals nicht gekreuzigt worden wäre. Wenn es um die Schuldfrage geht, so waren alle Schuld die es hätten verhindern können, niemad kann hier seine Hände in Unschlud waschen. Das Schicksal der Menscheit wurde schon des öfteren in Israel entschieden. Deshalb ist das jüdische Volk auch der psychologische Spiegel in dem sich die Welt selbst betrachten sollte. Der Judenhass ist ein sehr weit verbreitetes Weltweites Problem und auch gleichzeitig Ursache für viele andere Probleme. Ich würde mich freuen, wenn Gott sich in der heutigen Zeit den Scherz erlaub und Jesus in einem Nichtjüdischen Stammbaum auf die Welt zurückkommen lässt. Aus sicht des Absoluten, gibt es keine Grenzen, jede Seele hat die gleiche Herkunft. Das ist auch eine wichtige Erkenntnis die dem auserwählten Volk fehlt glaube ich. Nicht über die Menscheit zu herrschen, sondern der Menscheit zu dienen. Macht wird einem gegeben, es gehört nämlich nicht zu den primären spirituellen Bedürfnissen einer Seele macht zu bekommen, eine Spirituelle Seele strebt nach Liebe, Weisheit, keuscher Sexualität. Adam und Eva waren Menschen und keine Juden glaube ich. Das Volk der Juden ist irgendwann später entstanden. Ich habe in meinem Leben selbst mal eine jüdische Frau Names Renate kennengelernt. Bin echt überrascht gewesen, wie ein Mensch so eine inige Beziehung zu Gott haben kann. Ich wünsche alle Menschen hätten so eine inige Mensch -> Gott Beziehung wie sie. Das ist meine Psycholgische Analyse der gesamten Thematik
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Interessanter Artikel - Nachtrag

Kommentar von salamanail am 24.01.2010 14:42
Noch ein Punkt fällt mir ein. die Juden stehen wie auch die Menscheit vor dem gleichen Problem. Die große Herausforderung die sich uns im Moment bietet unsere eigenen unvollkommenheit zu erkennen und dies zu ändern, das Gilt für nichtJuden wie auch für Juden selbst. Ich sehe das so, das wir noch eine letzte Chance haben. Die Schönheit der Vollkommenheit muss von innen heraus erfolgen und auf seelischer Ebene vollzogen werden. Gott wird uns dabei helfen, wenn wir in der Richtung seine hilfe suchen. Alles andere ist nur äußere Schminke in meinen Augen. Wir haben fundamentale seelische Probleme, auch die Juden.