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Offener Brief an die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen angesichts der Pressemitteilung vom 09.11.2011 ihrer außenpolitischen Sprecherin Kerstin Müller zu dem neuen IAEO-Bericht zu Iran

von verschiedenen Autoren

15.11.2011 —

Es ist äußerst befremdlich, dass die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen sich in dem aktuellen Konflikt: iranisches Atomprogramm versus israelische Drohung mit Militärschlag so eindeutig parteiisch positioniert. Wir teilen uneingeschränkt die Auffassung, dass jede neue Atommacht eine zu viel ist und dass die Atombombe in der Hand der politischen Führung des Irans das Wettrüsten im Mittleren und Nahen Osten verschärfen und die längst existierende Destabilisierung auf die Spitze treiben würde. Wer aber unterschlägt, dass ein Atomwaffenarsenal in der Hand eines Staates, der seit seiner Gründung seine Nachbarstaaten mit etlichen Kriegen überzogen und bisher auch nicht den Weg gefunden hat, gegen den erklärten Wunsch der Weltgemeinschaft die Besetzung Palästinas aufzugeben, der ist auf einem Auge blind. Und wer wie die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen nur iranische Atombomben verhindern will, der plädiert nicht nur dafür, dass Israel als einziges Land in der Region sein Monopol als Atommacht weiter beibehält, der macht sich gerade deshalb auch für die Weiterverbreitung von Atomwaffen in der Region und darüber hinaus letztlich mit verantwortlich. Und wer wie Netanjahu und Liebermann glaubt, den Menschen in Israel durch militärische Stärke und Atombomben mehr Sicherheit zu gewähren, der setzt die Sicherheit von Israels Bevölkerung am meisten aufs Spiel. Ginge es der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen wirklich um die Existenz Israels und um ein friedliches Zusammenleben aller Völker im Mittleren und Nahen Osten, so müsste sie sich für die Massenvernichtungsfreie Zone und für die Idee der Kooperation im Mittleren und Nahen Osten einsetzen und alle Staaten, einschließlich Iran und Israel, auffordern, an dieser Friedensperspektive konstruktiv mitzuarbeiten. Hier sollte sich die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen an einigen wenigen klugen Stimmen aus Israel ein Beispiel nehmen (s. z. B. Hillel Schenker, Haaretz vom 11.11.2011).

Die Stellungnahme der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen lässt zudem jene Sachlichkeit und Urteilskraft vermissen, die man von einer Fraktion des deutschen Bundestages eigentlich erwarten kann. Sie übernimmt unkritisch die Aussagen eines propagandistisch aufgeblähten IAEO-Berichtes, dessen Glaubwürdigkeit mehr als zweifelhaft ist:

-Der IAEO-Bericht ist schon allein vor seiner Veröffentlichung dadurch desavouiert worden, dass ein Nichtmitgliedsstaat, wie Israel, 10 Tage zuvor mit Verweis auf eben diesen Bericht, einem IAEO-Mitgliedsstaat, wie dem Iran, mit Krieg drohte.

-Der IAEO-Bericht ist zwar umfangreicher als je zuvor, jedoch deshalb nicht präziser. Er enthält weder konkrete Angaben darüber, ob der Iran die Atombombe auch wirklich bauen kann, noch wann dies der Fall sein wird. Die Hiobsbotschaft, Iran werde in einem halben Jahr die Atombombe besitzen, hören wir doch schon seit über zehn Jahren.

-Der Bericht stützt sich im wesentlichen offensichtlich auf Geheimdienstinformationen aus zehn Ländern. Warum findet man darin aber nicht die Namen dieser Länder? Wollte die IAEO durch diese Unterlassung vermeiden, auch Israel und damit einen Nichtmitgliedsstaat, der dazu noch selbst eine Konfliktpartei ist, als Informationsquelle preiszugeben und sich selbst in schlechtes Licht zu stellen?

In der Stellungnahme der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen erkennt man, trotz dieser Glaubwürdigkeitslücken des IAEO-Berichtes, nicht einmal die Spur einer Nachdenklichkeit, die gerade in einem Konflikt mit möglicherweise kriegerischen Folgen zwingend geboten wäre. Haben nicht schon einmal die vielen Geheimdienstinformationen die Rechtfertigung für den Irak-Krieg eines George W. Bush geliefert? Hat die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen schon vergessen, wie der ehemalige Außenminister der USA, Colin Powell, sich vor der Weltöffentlichkeit für seine Lüge entschuldigte, zu der er sich durch Geheimdienstinformationen im UN-Sicherheitsrat hatte hinreißen lassen. Ist ein Irak-Krieg nicht genug im Mittleren und Nahen Osten? Muss ein Iran-Krieg noch dazukommen, um aus der Geschichte zu lernen? Es ist geradezu grotesk, dass man einer Partei, die ursprünglich aus der Friedensbewegung ihre Legitimation bezogen hat, die propagandistisch passend lancierten Rechtfertigungsmechanismen für einen neuen Krieg vor Augen halten muss.

Die Warnungen der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen an die Adresse der Regierung in Israel vor den „katastrophalen Folgen eines Krieges“ laufen ins Leere, wenn diese gleichzeitig für noch härtere Sanktionen gegen den Iran eintritt, die zu nichts anderem taugen, als den Menschen im Iran noch mehr Schaden zuzufügen und den Weg für einen Krieg zu ebnen. Erinnern wir uns: Am Ende der härtesten Sanktionen gegen das Regime von Saddam Hussein in den 1990er Jahren stand der Krieg. Je härter die Sanktionen gegen den Iran werden, desto länger wird die Lebensdauer des antidemokratischen Systems dort. Den Machthabern dieses Systems wird dadurch ein willkommener Vorwand geliefert, um von eigener Korruption und Misswirtschaft, die das Land zugrunde gerichtet haben, abzulenken und -genauso wie Saddam Hussein es während des 10-jährigen Sanktionsregimes getan hat -sich als Retter der Nation in Not hinzustellen. So kann sich das System der Islamischen Republik Iran eine Legitimation verschaffen, die ihm längst abhanden gekommen ist. Man ist gut beraten, endlich mit einer Politik des double standard aufzuhören. Andernfalls bastelt man bewusst oder unbewusst an einer Politik, die unweigerlich in einen neuen Krieg im Mittleren und Nahen Osten, diesmal gegen den Iran, führt, der in der gesamten Region, einschließlich Israel, einen Flächenbrand auslösen würde.

Berlin, 12. November 2011

Mohssen Massarrat und Bahman Nirumand
Artikelaktionen
1
Lars Lonte sagt
24.12.2011 15:39

Jürgen Elsässer

http://juergenelsaesser.wordpress.com/

Bye, Bye USA


http://juergenelsaesser.wordpress.com/buchinfo-bye-bye-usa/

EIR

http://www.bueso.de

15 Mind-Blowing Facts About Wealth And Inequality In America. Information Clearing House, Grafiken über Einkommens- und Vermögensverteilung in den USA

http://www.informationclearinghouse.info/article25399.htm

http://www.pauljorion.com/blog/?p=11384

http://elboheme.blogspot.com/2010/05/die-wahren-ursachen-der-krise_12.html

2
Lars Lonte sagt
24.12.2011 15:40

Steinbergrecherche: Geopolitik und VWL

http://www.steinbergrecherche.com

3
Lars Lonte sagt
28.12.2011 14:31

So war der Betrug von Nicht-Juden in Geschäftsdingen nachweislich erlaubt!
Die daraus resultierenden Verhaltensweisen trugen viel zum Entstehen des religiösen Anti-Judaismus – nicht des rassistischen Anti-Semitismus – auch des 19. und 20. Jahrhunderts bei.

Israel Shahak: Über den Talmud

Jewish History, Jewish Religion: The Weight of Three Thousand Years, Pluto Press, London, 1994

Zum Zionismus lese man auch die Bücher von Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi

Pan-Europa. 1923, Neuauflage 1982.
Praktischer Idealismus. 1925.
Der Vater Europas – Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi

und dessen Gedanken, Ideen, Visionen zur Zukunft Europas anhand von Zitaten aus seinen Werken:

„Der Mensch der fernen Zukunft wird Mischling sein. Die heutigen Rassen und Kasten werden der zunehmenden Überwindung von Raum, Zeit und Vorurteil zum Opfer fallen. Die eurasisch-negroide Zukunftsrasse, äußerlich der altägyptischen ähnlich, wird die Vielfalt der Völker durch eine Vielfalt der Persönlichkeiten ersetzen. Denn nach den Vererbungsgesetzen wächst mit der Verschiedenheit der Vorfahren die Verschiedenheit, mit der Einförmigkeit der Vorfahren die Einförmigkeit der Nachkommen.“

Praktischer Idealismus, Seite 23.

„In der Regel ist der Urbanmensch Mischling aus verschiedensten sozialen und nationalen Elementen. In ihm heben sich die entgegengesetzten Charaktereigenschaften, Vorurteile, Hemmungen, Willenstendenzen und Weltanschauungen seiner Eltern und Voreltern auf oder schwächen einander wenigstens ab. Die Folge ist, daß Mischlinge vielfach Charakterlosigkeit, Hemmungslosigkeit, Willensschwäche, Unbeständigkeit, Pietätlosigkeit und Treulosigkeit mit Objektivität, Vielseitigkeit, geistiger Regsamkeit, Freiheit von Vorurteilen und Weite des Horizonts verbinden.“

Praktischer Idealismus, Seite 21.

„Dann wird die erotische Lebensform der Minderwertigen und Mittelmäßigen Freie Liebe sein, der Auserwählten: Freie Ehe. So wird der neue Zuchtadel der Zukunft nicht hervorgehen aus den künstlichen Normen menschlicher Kastenbildung, sondern aus den göttlichen Gesetzen erotischer Eugenik.

Die natürliche Rangordnung menschlicher Vollkommenheit wird an die Stelle der künstlichen Rangordnung: des Feudalismus und Kapitalismus treten.

Der Sozialismus, der mit der Abschaffung des Adels, mit der Nivellierung der Menschheit begann, wird in der Züchtung des Adels, in der Differenzierung der Menschheit gipfeln. Hier, in der sozialen Eugenik, liegt seine höchste historische Mission, die er heute noch nicht erkennt: aus ungerechter Ungleichheit über Gleichheit zu gerechter Ungleichheit zu führen, über die Trümmer aller Pseudo-Aristokratie zu echtem neuem Adel.“

Praktischer Idealismus, Seite 56/57.

Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi gilt als der Begründer der PanEuropa-Bewegung und damit als der Vater des modernen Europas, repräsentiert damit als Vordenker die heutige EU und das noch zu Vollendende.