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Sie wollen Venezuelas Öl

Nach den Parlamentswahlen

von Fidel Castro

28.09.2010 — ZCommunications

In seinem neuen Essay macht sich Kubas Revolutionsführer Fidel Castro Gedanken zum Wahlausgang in Venezuela. Castro weist auf folgende Punkte hin: 'Die Bolivarische Revolution' bleibt weiter an der Regierungsmacht; sie verfügt über eine Mehrheit im Parlament und könnte, so Castro, jederzeit Millionen Venezolaner mobilisieren, um für den Sozialismus zu kämpfen.

 

Fidel Castro:

Gestern habe ich geschrieben: Was würde ich tun, wenn ich ein Venezolaner wäre? Ich habe erläutert, weshalb die Armen stets am stärksten von Naturkatastrophen betroffen sind. Etwas weiter unten fügte ich hinzu "... wo der Imperialismus regiert und die opportunistischen Oligarchien einen höheren Anteil an den nationalen Gütern und Dienstleistungen abbekommen, haben die Massen nichts zu gewinnen und nichts zu verlieren. Das Imperium schert sich einen Dreck um Wahlen... In den USA gehen - selbst bei Präsidentschaftswahlen - weniger als 50% aller registrierten Wähler/innen überhaupt an die Urne".

 

Aus Gründen der Aktualität füge ich hinzu: Selbst wenn - wie demnächst - über das gesamte US-Repräsentantenhaus, über einen Teil des Senats und andere wichtige Ämter neu entschieden wird, gehen in den USA nicht mehr Wähler/innen zur Wahl.

 

Stellt sich die Frage, warum sie ihren enormen Medienapparat in Bewegung gesetzt haben, um die 'Revolutionäre Bolivarische Regierung Venezuelas' in einem Meer aus Verleumdung und Lüge zu ertränken. Nun, um was es ihnen eigentlich geht, ist das venezolanische Öl.

 

In diesem Wahlkampf konnten wir beobachten, wie eine Gruppe Hundesöhne - gemeinsam mit den örtlichen Presse-, Radio- und TV-Söldnern – versuchten, Venezuelas Pressefreiheit zu eliminieren.

 

Der Feind kann einen Teilsieg verbuchen. Er konnte verhindern, dass die Bolivarische Regierung ihre Zweidrittelmehrheit im Parlament halten konnte.

 

Vielleicht glaubt das Imperium,, einen großen Sieg errungen zu haben.

 

Ich denke, genau das Gegenteil ist der Fall. Das Resultat der Parlamentswahlen vom 26. September ist ein Sieg der Bolivarischen Revolution und deren Führer Hugo Chavez Frias.

 

Bei den Parlamentswahlen 2010 war eine Rekordwahlbeteiligung von 66,45% zu verzeichnen. Trotz all seiner Ressourcen gelang es dem Imperium nicht, die PSUV (venezolanische Regierungspartei - Anmerkung d. Übersetzerin) zu verdrängen. Diese errang 95 der 165 Parlamentssitze (6 weitere Sitze sind noch ungewiss). Das wichtigste Resultat dieser Wahl ist jedoch, dass mehr Frauen, mehr junge Menschen und mehr bewährte Streiter ins Parlament gewählt wurden.

 

Die Bolivarische Revolution ist an der Regierungsmacht. Sie verfügt über eine große Mehrheit im Parlament und über eine Partei (PSUV), die jederzeit in der Lage ist, Millionen Venezolaner zu mobilisieren, um für den Sozialismus zu streiten.

 

Andererseits unterstützt nur ein Bruchteil der venezolanischen Parteien die USA. Diese Parteien haben zwei Dinge gemeinsam: ihre materielle Gier und ihre Angst vor der Revolution.

 

Doch in Venezuela wird es ihnen diesmal nicht gelingen, einen Staatsstreich anzuzetteln - so wie in Chile gegen Allende oder in anderen lateinamerikanischen Staaten.

 

Venezuela ist ein Land der Brüder. Die Streitkräfte Venezuelas unterstützen die Regierung nicht nur, sie sind Teil der Revolution. Sie wurden im Geiste des Befreiers (Simon Bolivar) und mit ihm als Beispiel vor Augen erzogen. Aus ihren Reihen erwuchs die heutige Führung Venezuelas – erwuchsen die Menschen, die den Stein dieses Prozesses ins Rollen gebracht haben.

 

Ein solches Bündnis der Kräfte ist unschlagbar. Nach einem halben Jahrhundert Erfahrung sieht man das sehr viel klarer.

 

Übersetzt von: Andrea Noll
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