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Weißer Phosphor: Ist Gaza Testgelände für experimentelle Waffen?

von Jonathan Cook

14.01.2009 — ZNet

— abgelegt unter:

Nazareth. Die Sorge über einen möglichen israelischen Einsatz von nichtkonventionellen und experimentellen Waffen im Gazastreifen wächst: (Offizielle) Sprecher kommentieren ausweichend. Man zögert, unabhängige Journalisten in die kleine Enklave Gaza zu lassen. Das nährt die Spekulationen weiter.

Setzt Israel Granaten mit Weißem Phosphor ein? Die Debatte darüber steht derzeit im Vordergrund. Weißer Phosphor führt zu furchtbaren Verbrennungen, wenn die Substanz mit der Haut in Kontakt kommt. Gemäß internationalem Recht ist der Einsatz von Weißem Phosphor in Form von Rauchschwaden - um (die eigenen) Soldaten zu schützen - nicht verboten. Der Einsatz von Weißem Phosphor als chemische Waffe gegen Zivilisten ist jedoch verboten.

Die Israelische Armee behauptet noch immer, sie setze nur Waffen ein, die durch das internationale Recht erlaubt seien. Indes üben Menschenrechtsorganisationen massive Kritik an Israel, es feuere Phosphor-Granaten in dichtbesiedelten Gebieten Gazas ab.

Auch andere nichtkonventionelle Waffen könnten zum Einsatz gekommen sein - in diesem toten Winkel, den das wachsame Auge der Welt nicht erfasst.

Die US-Armee entwickelt eine Munition namens 'Dime', die auf kleiner Fläche zu einer starken, tödlichen Explosion führt. 'Dime' steht für "dichter, träger Metallexplosionskörper".

Diese Munition steckt noch in der Entwicklung und ist noch nicht zugelassen. Es wird befürchtet, dass das US-Militär Israel 'grünes Licht' gab, Gaza als Testgelände für die neue Waffe zu benutzen.

"Wir haben bereits gesehen, dass Gaza als Testlabor für Waffen, die ich als 'Höllenwaffen' bezeichne", benutzt wurde", sagt David Halpin, ein britischer Chirurg im Ruhestand und Traumaspezialist, der schon mehrfach in Gaza war, um ungewöhnliche Verletzungen zu untersuchen.

"Ich befürchte, dass in Israel das Denken vorherrscht, es sei in seinem Interesse, soviele Verstümmelungen wie möglich, zu erzeugen, um die zivile Bevölkerung zu terrorisieren - in der Hoffnung, diese werde sich gegen die Hamas wenden", so Halpin.

Der norwegische Notfallspezialist Mads Gilbert, der im Al-Shifa-Hospital in Gaza-Stadt arbeitet, ist einer der wenigen ausländischen Ärzte vor Ort. Er und andere Ärzte in Gaza berichten, dass viele der Verletzungen, die sie sehen, mit dem Einsatz von Dime erklärbar wären.

Es heißt, Dime rufe eine besondere, unterscheidbare Art von Verletzungen hervor. Wer Opfer einer Dime-Explosion werde, dessen Glieder würden abgetrennt oder "geschmolzen". Es komme zu inneren Verletzungen, vor allem in Weichteilbereichen, etwa dem Unterbauch. Häufig bedeutete dies den Tod der Menschen.

Die zerstörten Organe wiesen keine Schrapnel-Spuren auf - lediglich feine "Staubspuren", winzige Metallpartikel, die bei einer Autopsie der verletzten Organe sichtbar würden. Wer eine Dime-Explosion überlebt, trägt zudem ein erhöhtes Krebsrisiko. Das ergaben Untersuchungen in den USA.

Im Gegensatz zu Dime führt traditionelle Munition dieser Art zu großen Schrapnell-Eintrittswunden.

"Die Kraft der Explosion lässt sehr rasch nach, die Reichweite ist kurz, vielleicht 10 Meter, aber die Menschen, die von der Explosion erfasst werden, durch deren Druckwelle, werden in Stücke zerhackt", sagte Dr. Gilbert in einem aktuellen Interview über Dime.

Es ist nicht das erstemal, dass befürchtet wird, Israel setze in Gaza Dime ein. 2006, nach einer längeren Welle israelischer Luftangriffe auf Gaza, berichteten Ärzte in Gaza von merkwürdigen Wunden, die sie nicht behandeln konnten. Die betroffenen Patienten starben oft unerwartet nach einigen Tagen.

Eine italienische Untersuchung, die anschließend durchgeführt wurde, ergab, dass Israel den Prototyp einer Waffe eingesetzt hatte, die mit Dime vergleichbar ist. Gewebeproben von Opfern aus Gaza zeigten damals, dass Konzentrationen von ungewöhnlichen Metallen in den Leichen vorhanden waren.

Yitzhak Ben-Israel, ehemaliger Chef des Israelischen Waffenentwicklungsprogrammes, schien sich mit der Waffe auszukennen. Er sagte gegenüber dem italienischen Fernsehen, der kleine Explosionsradius trage dazu bei, dass Umstehende nicht verletzt würden. Ein "Schlag gegen sehr kleine Ziele" werde dadurch möglich.

Israel bestreitet den Einsatz von Waffen, die gemäß internationalem Recht verboten sind. Dime ist davon jedoch nicht erfasst, da die Lizenz für diese Munition offiziell noch nicht beantragt ist.

Bis zu einem Waffenstillstand in Gaza wird es schwer sein, Behauptungen zu untersuchen, dass nichtkonventionelle Waffen in Gaza eingesetzt werden. Allerdings ergaben frühere Untersuchungen, dass Israel Munition dieser Art einsetzte.

Die israelische Menschenrechtsgruppe B'Tselem hat zudem zahlreiche Vorfälle dokumentiert, bei denen die Israelische Armee Flechettegranaten einsetzte - im Libanon und in Gaza. Diese Granaten setzen Tausende von winzigen Pfeilen frei, die allen Menschen, die sich im Freien aufhalten, furchtbare Verletzungen zufügen.

Der Reuters-Kameramann Fadel Shana filmte im April 2008, wie ein israelischer Panzer in Gaza eine solche Granate abfeuerte. Einige Sekunden später wurde er von den Flechettes dieser Granate getötet.

Laut Miri Weingarten, Sprecherin von 'Physicians for Human Rights', entwickelte die Israelische Armee einen neuen Typ von Flechette-Munition: 'Kalanit' (Anemone) genannt. Man werde nach Wunden Ausschau halten, so Weingarten, die durch Kalanit verursacht sein könnten. Kalanit ist eine Antipersonen-Munition, bei der Hunderte von kleinen Scheiben freigesetzt werden.

Beim israelischen Angriff auf den Libanon 2006 scheint Israel eine ganze Reihe von kontroversen Waffen eingesetzt zu haben. Nachdem dies ursprünglich bestritten wurde, hatte ein Minister der Israelischen Regierung schließlich zugegeben, dass die Armee Phosphor-Granaten abgefeuert habe. Die israelischen Medien berichteten über Millionen von Clusterbomben, die über dem Südlibanon abgeworfen wurden.

Es wird zudem vermutet, dass Israel damals uranhaltige Gefechtsköpfe einsetzte. Eine Untersuchung durch eine britische Zeitung hatte in zwei Einschlagskratern von Raketen, die durch Israel abgefeuert wurden, eine erhöhte radioaktive Strahlung festgestellt.

Sarit Michaeli, Sprecherin von B'Tselem, sagt, ihre Organisation sei noch nicht in der Lage festzustellen, welche Waffen bei den aktuellen Angriffen auf Gaza verwendet werden. Sie fügt hinzu, wenn Israel leugne, nichtkonventionelle Munition anzuwenden, sei dies nicht glaubwürdig.

"Es stimmt, was die Armee-Sprecher sagen, Waffen wie Phosphor und Flechettes sind nicht ausdrücklich verboten. Unserer Ansicht nach können diese Waffen, die nicht zwischen Kombatanten und Nichtkombatanten unterscheiden, in einem dichtbesiedelten Gebiet wie Gaza aber nicht legal eingesetzt werden".

Laut aktuellen Berichten (vom Januar) haben die USA umfassende Waffenlieferungen nach Israel organisiert. Ein Pentagon-Sprecher bestreitet allerdings, dass diese für den Einsatz in Gaza gedacht seien.

Jonathan Cook ist Autor und Journalist. Er lebt in Nazareth/Israel. Sein jüngstes Buch heißt: 'Disappearing Palestine: Israel's Experiments in Human Despair' (Zed Books). wwwjkcook.net

Eine Version dieses Artikel ist als Erstabdruck in The National (Abu Dhabi) erschienen www.thenational.ae

Übersetzt von: Andrea Noll
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Israel ist ein auserwähltes Volk, kein Zweifel!

Kommentar von am 14.01.2009 16:52
Dierser Artikel belegt ganz klar und ohne Zweifel, Israel ist das auserwählte Volk. Es ist auserwählt um das absolut Böse auf dieser Welt zu repräsentieren! Aber nicht nur militärisch sondern an allen Fronten. Es wird Land geraubt, es wird gelogen, es werden Geiseln genommen und zum Lügen gezwungen (siehe unsere Poilitker und Medien) und es wird ein ganzes Volk ausgehungert, gedemütigt, zermürbt und vernichtet. Und warum lassen wir das zu? Warum schauen wir einfach weg? Wiso erlauben wir unseren Politikern einfach mit dem absoluten Bösen zu sympatisieren und moralisch zu unterstützen? Wir sind kein bischen besser als dieses absolute Böse. Und schon in wenigen Jahren werden unsere Enkel im Geschichtsunterricht lernen, nicht nur unsere Ur-Urgroßeltern haben weggeschaut und unrecht zugelassen unsere Großeltern waren kein bischen besser und haben nichts aus der Geschichte gelernt. Ich hoffe das wenigstens unsere Enkel von unseren Fehlern lernen und einschreiten wenn sowas noch passieren sollte.
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No Chance

Kommentar von am 14.01.2009 17:06
Solange Israel volle Deckung von den USA hat (bzw. die USA lenkt) gibt es für keine Nation die Chance sich gegen Israel zu stellen, geschweige denn sie zu stoppen. HIER wird ein Machtmissbrauch ausgeübt, mit dem 100%Wissen, dass niemand ihn aufhalten kann. Leider entspricht das der Wahrheit, wir werden auch weiterhin ohnmächtig zusehen müssen wie Aggressoren tun und lassen was sie wollen. Solange unsere Politiker dahinterstehen um ihre Interessen zu wahren wird das weiter so gehen. Der nächste ist der Iran etc. und dann gnade uns Gott!
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Da haben sich zwei gefunden

Kommentar von am 14.01.2009 18:10
Erst Mal etwas über Pappe aus dem Archiv: http://www.hagalil.com/01/de/nucleus/plugins/print/print.php?itemid=1521 Zweitens: Die beiden vorherigen Kommentatoren gehören nicht zufällig zu dem Kommittee, welches gerade an der Fortsetzung der <Protokolle der Weisen von Zion> arbeitet? Alex
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Da haben sich zwei gefunden

Kommentar von am 14.01.2009 18:38
Dummer Zioschist..
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Da haben sich zwei gefunden

Kommentar von am 14.01.2009 20:55
Nein, wir gehören nicht zu dem Komitee, wir gehören zu den Menschen die sehen was andere nicht sehen wollen!! Wahrlich, denen, die ungläubig sind, ist es gleich, ob du sie warnst oder nicht warnst: sie glauben nicht. Versiegelt hat Allah ihre Herzen und ihr Gehör; und über ihren Augen liegt ein Schleier; ihnen wird eine gewaltige Strafe zuteil sein.
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@ alex : was hat pappe nun mit dem artikel zu tun ?

Kommentar von am 15.01.2009 21:38
@ anonym: was soll der "dürftige" spruch zu ungläubigen ? sehen bzw wahrnehmen hat ja nix mit religion zu tun, dachte ich zumindest bislang ... lol ... oder war das nur ironisch ?
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Pappe verlegt

Kommentar von am 16.01.2009 00:10
Du hast recht, eigentlich nichts. Den Link wollte ich zu einem Artikel von Pappe zufügen, doch da bin ich wohl falsch abgebogen. Pardon Wenn ich schonb Mal hier bin, dann wollte ich doch mitteilen, daß ich mich über den <Zioschisten> sehr amüsiert habe. Die Anhänger von Mao waren dann die Ma(s)oschisten oder so ähnlich. Zum Glück hat einer vom Komitee nicht die Deutungshoheit über den muslimischen Glauben.