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Naher Osten

  • 26.07.2010
Rosemaries Baby
von Uri Avnery
SEIT ICH in meiner Kindheit den Aufstieg der Nazis in Deutschland miterlebte, juckt meine Nase jedes Mal, wenn ich etwas Faschistisches rieche, auch wenn der Geruch noch schwach ist. Als die Debatte über die „Ein-Staaten-Lösung“, begann, fing meine Nase zu jucken an. Bist du verrückt geworden, sagte ich zu meiner Nase, dieses Mal hast du absolut unrecht. Dies ist ein Plan der Linken.
  • 22.07.2010
Israel bereitet den Weg zum Töten per Computer
von Jonathan Cook
Es wird “Spot and Shoot” ( Erkenne und schieße!) genannt. Der Operateur sitzt vor einem Fernseh-Monitor, von dem aus man die Aktion mit einem Playstation-artigem Joystick (Steuerstock) kontrollieren kann. Das Ziel ist: zu töten. „Gespielt“ wird dies von jungen Frauen, die in der israelischen Armee dienen.
  • 20.07.2010
Gerissener Bibi - sag uns die Wahrheit!
von Gideon Levy
Dieses Video sollte nicht für Minderjährige ausgestrahlt werden. Dieses Video sollte aber in jedem Haus in Israel gezeigt, dann nach Washington und Ramallah geschickt werden. Es sollte Kindern nicht gezeigt werden, damit sie nicht verdorben werden, aber im ganzen Land und in aller Welt verteilt werden, sodass jeder erkennen wird, wer die Regierung Israels anführt. Kanal 10 präsentierte: das wirkliche und betrügerische Gesicht von Benyamin Netanyahu.
  • 19.07.2010
Ein parlamentarischer Mob
von Uri Avnery
ALS ICH das erste Mal in die Knesset gewählt wurde, war ich entsetzt über das, was ich vorfand. Ich entdeckte abgesehen von wenigen Ausnahmen, dass der intellektuelle Inhalt der Debatten nahe Null war. Er bestand hauptsächlich aus Klischees, so wie man sie auch auf Allgemeinplätzen hören kann. Während der meisten Debatten war das Plenum fast leer. Die meisten Mitglieder sprachen ein vulgäres Hebräisch.
  • 15.07.2010
Eine bessere Blockade
von Nadia Hijab
Nachdem sich Israels Sicherheitskabinett stundenlang eingeschlossen hatte, tauchte es schließlich auf, um eine Lockerung der Blockade des Gazastreifens zu verkündigen; es war ein Schritt, den die USA sofort gut hieß. Israel und die USA hoffen so, die Wut der Welt über die Kollektivstrafe über 1,5 Millionen dort lebende Palästinenser zu entschärfen und zukünftige Flotillen zu verhindern, die versuchen, die Belagerung zu durchbrechen.
  • 13.07.2010
Eine Nacht in Hebron
von Gideon Levy
Die Narben sprechen für sich selbst: ein Brandfleck in der Mitte seiner Stirn, wie ein Kainsmal; zwei weitere Löcher auf seiner rechten Hand und eines auf seinem linken Arm. Die Kratzer in seinem Gesicht und am Arm sind schon verheilt. Das ist es, was von jener Nacht blieb, als Soldaten sich entschlossen, mit Salah Rajabi, einem Schüler der 12. Klasse der Tareq-Schule in Hebron ein bisschen „Spaß“ zu haben.
  • 12.07.2010
Zwei Sitzstreiks
von Uri Avnery
IN DIESEM Augenblick finden in Jerusalem zwei Kilometer von einander entfernt zwei Sitzstreiks statt. Der eine in Westjerusalem, wo die Shalit-Familie in einem Protestzelt vor der Residenz des Ministerpräsidenten sitzt und schwört, so lange dort zu bleiben, bis ihr Sohn zurückgekehrt ist. In Ost-Jerusalem sind es drei Mitglieder des palästinensischen Parlaments, die sich im Gebäude des Internationalen Roten Kreuzes aufhalten.
  • 09.07.2010
Die Vogelscheuche / das Schreckgespenst
von Gideon Levy
Unsere Landschaft ist übersäht mit Denkmälern, aber es gibt etwas, das noch häufiger vorkommt: Vogelscheuchen. Diese jämmerliche, lächerliche Lumpenpuppe, die ihre Hände in hilfloser Geste ausstreckt, um (die Vögel) zu erschrecken. In den vergangenen Jahren haben die Vögel angefangen, sich immer weniger vor den Vogelscheuchen zu erschrecken – sie haben entdeckt, dass dies nur ein Trick ist.
  • 07.07.2010
'Sollen sie Koriander essen!'
von Jonathan Cook
Als Israel diese Woche die „Erleichterung“ der vierjährigen Blockade von Gaza ankündigte, erklärte ein Funktionär die neue Richtlinie: „Zivile Güter für zivile Menschen.“ Die harten und offensichtlich wilkürlichen Beschränkungen von Lebensmitteln, die in die Enklave gelangen – Koriander schlecht, Zimt gut – werden endlich aufhören, wird uns gesagt. Die 1,5 Millionen Einwohner von Gaza werden soviel Koriander bekommen, wie sie wollen.
  • 07.07.2010
Ein Besenstiel kann schießen
von Uri Avnery
EIN SIEG ist ein Sieg. Ein großer Sieg ist besser als ein kleiner, aber ein kleiner Sieg ist besser als eine Niederlage. In dieser Woche haben wir einen Sieg davongetragen. Unmittelbar, nachdem die Turkel-Kommission aufgestellt war, um den Vorfall mit der Flotille zu untersuchen, reichte Gush Shalom dem Obersten Gerichtshof ein Gesuch ein. Wir verlangten die Ernennung einer vollqualifizierten staatlichen Untersuchungskommission.
  • 06.07.2010
Wer richtet mehr Schaden an als ein Yeshiva-Junge?
von Gideon Levy
Die Ähnlichkeit ist verblüffend: zwei engstirnige und arrogante Bevölkerungsgruppen, verschiedene und zuweilen merkwürdige, einflussreiche Minderheiten mit autoritativen Führern und beide mit ihren eigenen Gesetzen und Normen. Die Siedler und die Ultraorthodoxen (Haredim). Die ersteren sind – ohne die in Ostjerusalem - etwa 300 000 stark, die letzteren etwa 700 000, einschließlich der Haredim-Siedler.
  • 05.07.2010
Und was ist mit all den anderen Toten?
von Amira Hass
Warum wurde Stabsfeldwebel S. von allen IDF-Soldaten und Offizieren ausgewählt, um vor Gericht zu stehen, weil er am 1. Tag der Bodenoffensive am 4. Januar 2009 zwei Frauen getötet hat ? Die IDF tötete am selben Tag 34 bewaffnete Männer. Wurde S. ausgewählt, weil er der einzige war, der Zivilisten tötete.
  • 26.06.2010
Schalit, zum Beispiel
von Uri Avnery
ICH SCHREIBE diese Zeilen, während ich durchs Fenster aufs blaue Wasser des Mittelmeers schaue. Dabei denke ich an den jungen Mann, der nicht weit vom Meer gefangen gehalten wird, nur ein paar Dutzend Kilometer südlich von hier. Ob Gilad auch das Meer durch ein Fenster sieht? Hat er überhaupt ein Fenster? Sieht er etwas? Wie geht es ihm? Wie wird er behandelt?
  • 21.06.2010
Israels größter Verlust: seine moralische Vorstellungskraft
von Henry Siegman
Wenn ein Volk, das vor noch nicht langer Zeit solch unaussprechliche Unmenschlichkeiten erfahren hat, die Ungerechtigkeit und das Leiden nicht verstehen kann, die seine territorialen Ambitionen verursachen, wie viel Hoffnung bleibt uns dann noch?
  • 20.06.2010
Der Blitz
von Uri Avnery
ES IST NACHT. Tiefste Finsternis. Schwerer Regen. Die Sicht ist gleich Null. Und plötzlich – ein Blitz. Für einen Bruchteil einer Sekunde wird die Landschaft erleuchtet. In diesem Bruchteil einer Sekunde kann die Landschaft um uns herum gesehen werden. Sie ist nicht mehr so wie gewohnt.
  • 19.06.2010
Lexikon der irreführendsten Ausdrücke im israelisch-palästinensischen Konflikt
von Amira Hass
„Humanitäre Krise“ „Es gibt keine humanitäre Krise im Gazastreifen“, sagen offizielle israelische Sprecher wie der Verteidigungsminister Ehud Barak und der Generaldirektor des Außenministeriums Yossi Gal wiederholt. Und sie haben Recht, weil eine „Krise“ eine plötzliche Veränderung ist, eine Abweichung von der Norm, während das, was im Gaza vor sich geht, Routine geworden ist.
  • 18.06.2010
Es geht nicht nur um Zement
von Amira Hass
Was die fehlgeschlagene Flotilla – leider hauptsächlich durch ihre Toten – erreicht hat, ist, dass die Forderung, Israel möge seine Politik der Belagerung beenden, überall gehört worden ist. Die Regierung Israels war nicht bereit, auf das verzweifelte Flehen von John Ging , dem UNRWA-Chef, zu hören. Nun muss sie beachten, was der französische Präsident Nikolas Sarkozi und der türkische Ministerpräsident Erdogan sagen.
  • 17.06.2010
Auch ich sagte nichts
von Yossi Sarid
Auch in Israel ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie mich und auch dich erreichen. Genau wie der deutsche Pastor Martin Niemöller über die Nazizeit sagte.
  • 16.06.2010
Wer hat Angst vor einer wahren Untersuchung?
von Uri Avnery
Hier sind einige Fragen, die eine tatsächliche Untersuchungskommission stellen würde, wenn man diese eingesetzt hätte (anstelle der erbärmliche Ersatz-Kommission):
  • 12.06.2010
Beides, der Angriff auf die Flotilla und die Belagerung des Gazastreifens sind illegal
von George Bisharat
Israels tödlicher Angriff auf die Gaza “Freedom-Flotille” war eindeutig illegal. Die Flotille, die vor Abfahrt sorgfältig nach Waffen durchsucht wurde, hatte das Recht der freien Navigation in internationalen Gewässern, und Israel hat keine legale Rechtfertigung, ihre friedliche Mission zu unterbrechen.

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